Patronat: der Goldschmiede; gegen Kopfschmerzen und Besessenheit
Magundat war der Sohn eines Magiers der altpersischen Staatsreligion (Zoroastrismus). Er kam als blutjunger Soldat mit dem Heer des Perserkönigs Chosrau II. (591–628) im Jahre 614 nach Jerusalem, das nach mehrwöchiger Belagerung die Tore öffnen musste, und erlebte mit Entsetzen das Massaker unter der christlichen Bevölkerung,worauf er sich selbst eingehend mit der christlichen Lehre befasste, sich 620 taufen ließ, den Namen Anastasius annahm und Mönch im Kloster der Heiligen Anastasia bei Jerusalem wurde. Sieben Jahre später, nachdem die persischen Besatzungstruppen vom Heer des byzantinischen Kaisers Herakleios I. (610–41) endgültig aus Kleinasien (Kappadokien) und Palästina vertrieben worden waren, kehrte auch Anastasius in die Heimat zurück, wurde jedoch in Betsaloë am Euphrat gefangen genommen und zusammen mit 70 Gefährten am 22. Januar 628 auf Befehl Chosraus II. gefoltert und enthauptet. Zuvor soll er vorhergesagt haben, dass der König ihn nur kurze Zeit überleben werde, weil er vom eigenen Sohn gestürzt und ermordet werde. Anastasius’ Prophezeiung erfüllte sich nur wenig später. Chosraus Ermordung folgten Bürgerkriege und der Niedergang seines Reichs, das bis Mitte des 7. Jahrhunderts fast völlig von den islamischen Arabern erobert wurde.
Anastasius’ Leichnam wurde auf Veranlassung von Papst Honorius I. (625–38) freigekauft und nach Konstantinopel (ab 1453 Istanbul) überführt. Sein Haupt kam – zusammen mit Reliquien des Heiligen Vinzenz von Saragossa – in die Kirche Aquae Salviae (nach der Überlieferung der Ort der Hinrichtung des Apostels Paulus) südlich von Rom. Heute steht dort die Trappistenabtei Tre Fontane und die Kirche St. Vinzenz und Anastasius (Scalas Sanctas Vincenzo ed Anastasio).
Darstellung: als Mönch
Attribute: Kreuz, Palmzweig, Axt (Martyrium)

Quelle: Herder-Verlag








