Sing mit! h3f Chorprojekt
ANPFIFF ein musikalisches Hörspiel mit Sportsgeist von Coldplay_Händel_Rutter; Stevie Wonder_Phil Collins_u.a.
Proben:
Sonntag, 11. Oktober - 13 Uhr - 16 Uhr
Samstag, 31. Oktober - 13 Uhr - 16 Uhr
Samstag, 7. November - 14 Uhr - 18 Uhr
Samstag, 28. November - 11 Uhr - 17 Uhr
Aufführung:
Sonntag, 29. November - 13 Uhr und 17 Uhr
Anmeldung und Infos Mitsingen oder Mitwirken als Autor:
Mit Gioachino Rossinis „Petite Messe solennelle“ wurde am Sonntag, den 14. Juni 2026 in St. Johann, Donaueschingen und am 21. Juni 2026 in St. Peter, Zürich mit der Cappella Musicale und der Kantorei St. Peter Zürich eine der außergewöhnlichsten, facettenreichsten und bedeutendsten geistlichen Kompositionen des 19. Jahrhunderts vor großem Publikum eindrucksvoll aufgeführt.
Mag der Titel mit petite sehr bescheiden klingen, handelt es sich doch um ein anspruchsvolles, etwa 90-minütiges Meisterwerk, das in der Tradition einer Missa Solemnis steht. Neben dem Stabat Mater gilt die „Petite Messe solennelle“ als die bedeutendste kirchenmusikalische Kom-position von Rossini, die er im Jahr 1863 in Paris als Auftragswerk für die Einweihung einer Privatkapelle eines mit ihm befreundeten Adligen komponiert hat. In der Originalbesetzung kommt dieses Werk mit Klavier, Harmonium, acht Sängern und vier Solisten aus, was auch auf die von ihm gewählte Bezeichnung „Petite Messe..“ schließen lässt und wie er neben die Schlusstakte des Agnus Dei schrieb: „Lieber Gott, voilà, nun ist diese arme kleine Messe been-det. Ist es wirklich heilige Musik (musique sacrée), die ich gemacht habe oder ist es vermale-deite Musik (sacrée musique)? Ich wurde für die Opera buffa geboren, das weißt Du wohl! Wenig Wissen, ein bisschen Herz, das ist alles. Sei also gepriesen und gewähre mir das Para-dies.“ Mit seiner „kleinen“ Besetzung steht er ganz bewusst ökonomisch bescheiden gegen sei-ne Zeitgenossen mit großen Orchestermessen da, um den Sängern möglichst viel Raum zu geben.
Tiefe Religiosität, opernhafte Dramatik und harmonische Schönheit
Tiefe Religiosität, Sinn für Theatralik, Belcanto-Melodien und opernhafte Dramatik sind für Rossini die bestimmenden Elemente dieser Messe. Dabei bildet das Klavier als Leitinstrument einen hochspannenden Kontrast zum getragenen, atmenden Klang des Harmoniums.
Das Kyrie beginnt mit einer pulsierenden Klavierbegleitung, gefolgt von feierlichen Chorein-sätzen und einem strengen, traditionellen Mittelteil „Christe eleison“, den Rossini aus der „Messe solennelle“ seines Freundes Niedermeyer übernommen hat.
Mit sehr abwechslungsreichen Strukturen, virtuosen, schnellen Parts für die Sänger besticht das Gloria durch extreme dynamische Kontraste. Hier kommt unverkennbar der Dramatiker Rossini zum Vorschein, wo Solisten und der Chor Figuren auf theatralische Weise ihren jeweiligen Part verkörpern. Ein „Domine Deus“ (Tenor-Solo) erstürmt heldenhaft die Bühne, gefolgt von einem anspruchsvollen, virtuosen Duett „Qui tollis peccata mundi“ für Sopran/Alt. Das „Quoniam tu solus sanctus“ (Bass-Solo) ist kraft- und würdevoll, während mit einer monumentalen, schnellen und hochkomplexen Chorfuge am Ende „Cum Sancto Spiritu“ das Gloria abschließt.
Mit Chorrufen eingeleitet folgt beim Credo als ein emotionaler Höhepunkt ein ergreifendes opernhaftes Solostück „Crucifixus“ für Sopran. „Et vitam venturi saeculi“ von Soli und Chor schließt das Credo mit einer kunstvollen Fuge ab.
Rossinis Vorliebe für Bach'sche Fugenkunst zeigt sich beim Offertorium mit dem „prélude religieux“ als ein längeres, rein instrumentales Zwischenspiel für Klavier und Harmonium.
Das „Ritournelle pour le Sanctus“, gespielt vom Harmonium, leitet das Sanctus ein. Sanctus und Benedictus werden in sehr feierlicher Weise von einem strahlenden Chor im Wechsel mit Solisten ohne instrumentale Begleitung und – besonders das Benedictus – als sanftes, innig berührendes Stück vorgetragen.
Rossini fügte in diese Messe zusätzlich den eucharistischen Hymnus „O salutaris hostia“ (O heilbringendes Opfer) ein, der durch ein inniges Sopran-Solo gesungen wurde.
Das „Agnus Dei“ gestaltet Rossini als besonders ergreifendes und tiefe Demut ausdrückendes Gebet mit einem dramatischen, flehenden Dialog zwischen dem Alt-Solo und dem Chor nach Frieden, - wunderbar akzentuiert von Klavier und Harmonium - der am Ende in ein großes, erlösendes, ja friedliches Verklingen mündet. Dieser erschütternde - und so aktuelle - Schrei nach Frieden - weitet die von Rossini selbst humorvoll „kleine“ und feierliche Messe, die als sein musikalisches Vermächtnis gelten darf, zu zeitloser Tiefe.
Rossini prägte diese Komposition mit einer großen melodischen und harmonischen Schönheit; seine meisterhafte Dramaturgie erzeugt dabei eine höchst emotionale Musik, die dem Hörer auf einfühlsame Weise die Bedeutung des Messtextes vermittelt.
Glanzvolle Darbietung der Chöre, Solisten und Instrumentalisten
Die Chöre Cappella Musicale Donaueschingen und die Kantorei St. Peter in Zürich, der älteste Kirchenchor der Stadt Zürich, haben dieses Werk separat unter Patricia Ott bzw. Beat Schäfer einstudiert. Mit einer beachtlichen Größe von 75 Sängerinnen und Sängern traten die Chöre zu einer gemeinsamen Hauptprobe in Donaueschingen unter der Leitung von Beat Schäfer, Inte-rimsleiter der Kantorei St. Peter Zürich, zusammen. Der langjährige Professor für Chorleitung und Leiter der Kirchenmusik an der Hochschule der Künste in Zürich setzte noch besondere musikalische Akzente auf seine heitere Art in verständlichen Probenanweisungen um. Die Chöre, die Solisten - Blanca Moreno (Sopran), Barbara Hesse Bachmaier (Alt), Berthold Schindler (Tenor) und Wojciech Latocha (Bass) und die Instrumentalisten: Patricia Ott (Klavier) und Otmar Bayer (Harmonium) waren für die Aufführung gut vorbereitet, sodass es nur einer gemeinsamen Probe bedurfte. Sie musizierten mit einem ausgewogenen Klangbild, präziser Intonation, dynamischer Flexibilität und klarer Artikulation. Beat Schäfer leitete das Konzert mit präzisen Angaben zu den Einsätzen, zu Tempi und Dynamik an die Instrumentalisten, Solisten und zum Chor mit Bravour. Patricia Ott spielte den Klavier-Part mit außergewöhnlicher, sehr beeindruckender Virtuosität. Otmar Bayer setzte mit dem Harmonium warme, zarte und anhaltende Klänge zu den brillanten und rhythmischen Klavierpassagen.
Die Zuhörer beider Aufführungen waren tief berührt und ergriffen von dieser außerordentlich schönen Musik und bedankten sich bei den Musizierenden mit langanhaltendem, stehendem Applaus. Nach dem Konzert gab es an beiden Veranstaltungsorten einen Umtrunk mit allerlei Köstlichkeiten, bei dem sich die Musizierenden und Zuhörer entspannt austauschen und stärken konnten.
Berührender und freundschaftlicher Austausch der beiden Chöre
Die Begegnungen der Chöre in Zürich und in Donaueschingen waren geprägt von einem herzlichen Empfang und einem berührenden Austausch. Beide Chöre zeigten ihre Gastfreund-schaft mit einem interessanten Rahmenprogramm, wie Stadtführung in Donaueschingen, Turmführung St. Peter in Zürich, und vielen Köstlichkeiten an Verpflegung. Im Zuge der freundschaftlichen Verbundenheit durch das erfolgreiche wie alle beglückende gemeinsame Musizieren wurde von beiden Chören der Wunsch nach einem Wiedersehen bei einem weiteren gemeinsamen Projekt ausgesprochen.
Hinweis in einem gelben Kasten:
Das nächste Chorprojekt der Cappella Musicale ist: Joseph Haydn „Theresien-Messe“ in B-Dur, Hob. XXII:12, die an Weihnachten 2026 aufgeführt wird. Die Proben dazu starten nach den Sommerferien.
Die Cappella Musicale Donaueschingen freut sich über neue Sänger*innen. Interessierte Sänger*innen melden sich bitte bei unserer Kirchenmusikerin Patricia Ott

Rossini-Konzert in der Stadtkirche St. Johann am 14.06.2026

Der gemeinsame Chor nach dem Konzert in St. Peter, Zürich am 21.06.2026.
Text:
Ulrich Christ, Cappella Musicale Donaueschingen










